17 Privatisierung

Die Männer auf diesen beiden Stichen heißen Le Turq und Jarry. Obwohl die Namen ihren französischen Ursprung verraten, waren sie berüchtigte Vlissinger Kaperer. Im 17. Jahrhundert ist es nichts Außergewöhnliches, dass sich private Schiffer der Freibeuterei widmen. Da auf diese Weise viel Geld verdient wird, unterstützt die Regierung die Kaperfahrt. Das geht folgendermaßen vonstatten: Als Schiffer beantragt man bei der Regierung einen Kaperbrief. Mit diesem Dokument darf man in Kriegszeiten straflos feindliche Schiffe angreifen und erhält dafür einen Teil der Beute, der Schiffe und der Schiffsladungen. Der Rest geht an die Regierung. Die Besatzung des gekaperten Schiffes kann sich entscheiden: entweder die Männer arbeiten zukünftig für den Freibeuter oder sie werden ums Leben gebracht. Gegen 1630 zählen ungefähr 60 Schiffe zur Vlissinger Kaperflotte, die Stadt ist ein wahres Freibeuternest. Diese Kaperer aus Seeland genießen im 17. Jahrhundert einen besonders schlechten Ruf. Es handelt sich bei diesen Männern allerdings nicht um Piraten oder Seeräuber, die nur für den eigenen Profit arbeiten, keine Autoritäten anerkennen und jedes beliebige Schiff angreifen. Die Freibeuter arbeiten im Lohndienst und ihre Schiffe gehören bekannten Reedern. Trotzdem gibt es einige Gemeinsamkeiten: die Flaggen von Piraten und Freibeutern lassen keinen Zweifel daran, dass man bei Widerstand keine Gnade walten lässt. Während Piraten meistens unter der schwarzen Flagge fahren, verwenden die Kaperer die rote „Blutflagge“. Auf der Blutflagge der Vlissinger Freibeuter ist das Stadtwappen zu sehen, ein Krug mit einer goldenen Krone. Diese Flagge ist heutzutage die Stadtflagge von Vlissingen.

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