09 Lotsenboot mit Kupferbeschlägen

Wie Sie sehen, ist dieses Lotsenboot mit Kupfer beschlagen. Das Kupfer an der Unterseite des Schiffes verhindert, dass sich Schnecken daran festsetzen. Dies würde zu einem Geschwindigkeitsverlust führen. Ein weiterer Grund für den Kupferbeschlag ist die Schiffsbohrmuschel. Diese Plage tauchte ungefähr im Jahr 1730 in den niederländischen Gewässern auf. Die Muschel gräbt tiefe Wohngänge ins Holz. Sie kann bis zu 60 cm lang werden und ist eine absolute Katastrophe für die Schifffahrt. Die Schiffsbohrmuschel richtet großen Schaden an Pfahlbauten, Schleusentoren, Kaiwänden, Holzschiffen, Anlegern und Pfahlbuhnen an. Das Wrackholz des Ostindien-Kompanieschiffs De Rooswijk, das zwei Säle weiter ausgestellt ist, zeigt deutliche Spuren von Schiffsbohrmuschelbefall. Im18. Jahrhundert betrachtet man die Muschel als Strafe Gottes und hält spezielle Gebets- und Fastentage ab, damit die Plage abgewendet wird. Man versucht alles Menschenmögliche, um den Schaden einzugrenzen. Das Holz wird mit Teer bestrichen, neue Holzarten werden eingesetzt, die Pfähle werden mit Nägeln versehen oder mit Kerosotöl, Kupfervitriol und Quecksilbersalzen imprägniert. Als effektivste Waffe gegen die Holzbohrmuschel hat sich allerdings das Beschlagen mit Kupfer erwiesen. Die heutigen Schiffe sind resistent gegen die Schiffsbohrmuschel, aber für alte Hafenanlagen stellt sie nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem dar.

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