04 Gestank Topf

Bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände der Scheldewerft in Vlissingen sind nicht nur Luxusobjekte gefunden worden. Dieses unauffällige graubraune Gefäß mit zwei Henkeln stellte die Archäologen zunächst vor ein Rätsel, denn es handelt sich dabei nicht um einen Haushaltsgegenstand aus dem 16. oder 17. Jh. Was könnte es sein? Nach umfassenden Nachforschungen wurde das Geheimnis gelüftet. Es handelt sich dabei um eine Waffe aus dem Achtzigjährigen Krieg, eine Keramik-Brandgranate und damit eine Art Molotowcocktail! Diese Gefäße wurden mit verschiedenen Mischungen entzündlicher Substanzen gefüllt, wie beispielsweise Terpentin, Schießpulver, Kohle, Pech, Harz und Kampfer. All diese Stoffe sind besonders schwer löschbar. Nach dem Befüllen wird das Gefäß verschlossen, es wird eine Zündschnur daran befestigt und nach dem Anzünden wird das brennende Projektil auf die feindlichen Schiffe geworfen. Dort zersplittert das zerbrechliche Gefäß und setzt Segel und ganze Schiffe in Brand. Diese Brandgranaten wurden auch bei der Verteidigung von Städten oder Festungen eingesetzt. In diesem Fall bestand die Füllung allerdings aus Stoffen wie Schwefel, Antimon, Teer, Teufelsdreck, Horn, geschabten Pferdehufen und gemahlenem Cayennepfeffer. Der brennende Inhalt verursachte einen ekelerregenden Gestank und zeitweise Blindheit. Es gab also auch vor 400 Jahren bereits eine Art von Pfefferspray.

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